Die Knappheit an Corona-Impfstoffen in der EU verdeutlicht die Probleme, die der Wohnungswirtschaft bei weiterhin fehlgeleitetem staatlichem Handeln bevorstehen

Mit Aufkommen der Corona Pandemie war sehr schnell klar, dass Impfungen die einzig belastbare Lösung für eine schnelle Rückkehr zum bisherigen Leben darstellen.

"In der Immobilienwirtschaft ist offensichtlich, dass die Knappheit an Wohnraum und steigende Mieten durch die Schaffung zusätzlicher Wohnungen reduziert werden."

Trotz dieser sehr naheliegenden Lösung legten die Politik schnell fest, dass es keinen "Impf-Nationalismus" geben darf. Nun, drei Monate nach der Verfügbarkeit der ersten Impfstoffe, muss man leider feststellen, dass stattdessen in der EU ein Impf-Sozialismus gelebt wird, der mit Wohlstandsverlusten für die Bevölkerung einhergeht, die sich äußern in

- Knappheit und Unterversorgung;

- Intransparenter und ineffizienter Güter-Allokation.

Die vermeidbaren Wohlstandsverluste in der EU sind eine Folge von (a) unzureichenden und langsamen politischen Entscheidungen und - noch wichtiger, da nicht im Blickfeld der Öffentlichkeit - (b) dem Verbot eines privaten Marktes und Eigentumsrechten.

zu a)

Länder wie Israel, Großbritannien und die USA verfolgten ein vergleichsweise pragmatisches und effizientes Vorgehen ohne langwierige politische Entscheidungswege bei der Beschaffung von Impfstoffen. Sie trafen schnelle Entscheidungen, wägten nüchtern Kosten gegen Verluste ab, involvierten beratende Industrie-Experten und verzichteten auf die Berücksichtigung von Partikularinteressen.
"Der Knappheit an Wohnraum in Ballungszentren hätte die öffentliche Hand seit langem durch konsequentes Handeln entgegenwirken können. Sei es durch die Schaffung von Beständen im Besitz der öffentlichen Hand oder durch den Abbau regulatorischer Hürden."

zu b)

Die Chance, die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen durch einen privaten, aber dennoch regulierten Markt zu sichern, wurde vertan. Schlimmer noch, dies wurde nie öffentlich diskutiert oder auch nur in Betracht gezogen. Zu Unrecht!
Die Politik hätte private Bestellungen von Impfstoff erlauben sollen. Dadurch hätten die Impfstoffhersteller frühzeitig die erforderliche Planungssicherheit zum Aufbau von Produktionskapazitäten für Impfstoffe erlangt. Der Abschluss bindender Lieferverträge durch die EU erfolgte viel zu spät (erstmalig im November 2020, rund 4 bis 5 Monate nach den Bestellungen erfolgreicherer Länder). Die finanziellen Ressourcen der EU-Volkswirtschaften sind somit viel zu spät dahin geflossen, wo sie benötigt wurden - ein typisches Versagen sozialistischer Planwirtschaften.
Den privaten Beschaffungsmarkt für Corona Vakzine hätte man mit einfachen und bekannten Mitteln staatlich regulieren können, um zu vermeiden, dass nur finanziell bessergestellte Personen(-Gruppen) und Unternehmen den Vorteil einer Impfung erlangen.

Wie könnte dies aussehen, und was wären die Konsequenzen?

- Im Sommer 2020 – also zu der Zeit, in der die USA und andere Länder Impfdosen orderten hätten private Unternehmen oder Personen in der EU die Möglichkeit bekommen, für ihren individuellen Bedarf Impfdosen zu bestellen. Verbunden mit der Verpflichtung der Hersteller, pro privat verkaufter Impfung zusätzlich eine festgelegte Anzahl an Impfdosen an die EU kostenlos zu liefern.

- Unter diesem Szenario hätten die Hersteller bereits im Sommer 2020 mit der Errichtung von Produktionskapazitäten für die Nachfrage aus der EU begonnen.

- Der EU würden Impfdosen zur Verfügung gestellt, ohne dass sie selbst einen Liefervertrag verhandeln muss. Für Risikogruppen würden schneller deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen als dies aktuell der Fall ist.

- Nimmt man beispielweise einen privaten Preis für eine Impfung von 500 EUR an, bei dem die EU pro privat erworbener Impfung von den Herstellern 4 weitere Impfungen kostenfrei erhält, dann ist deutlich, dass diese Kosten (500 EUR) für sehr viele private Personen und Unternehmen sehr viel niedriger sind als die Opportunitätskosten eines monatelangen Wartens auf die Impfung. Der effektive Preis zur Impfung einer Person läge bei 100 EUR, deutlich über den von der EU oder anderen Ländern verhandelten Preisen. Damit wäre die EU international wettbewerbsfähig.

Sicherlich würde der Mechanismus dazu führen, dass die Impfquote in wirtschaftlich starken Regionen anfangs höher ist als in ärmeren Regionen der EU. Aufgrund der parallelen Abgabe von Impfdosen an die EU und somit an die Allgemeinheit wäre dieser Effekt allerdings nur kurzfristig. Durch die Bezahlung wäre auch sichergestellt worden, dass die (privat gekauften) Impfdosen effizient von Impfwilligen abgerufen werden und nicht ungenutzt auf Halde liegen, weil Impftermine nicht wahrgenommen werden. Somit wäre privates Handeln schneller, effizienter und gerechter – insgesamt in den Ländern der EU Wohlstands-erhöhend. Der zügige Aufbau von Produktionskapazitäten zur raschen Impfung von Zahlungswilligen versetzt die EU ferner in die Lage, nach einer Impfwelle in Europa schnell auch andere Regionen zu versorgen.

​In der Immobilienwirtschaft werden private Märkte und Eigentumsrechte massiv eingeschränkt, insbesondere in Berlin durch die Mietpreisbremse und den Mietendeckel. Die andauernden Enteignungsphantasien sind der extreme Versuch, private Märkte und Eigentumsrechte vollständig abzuschaffen – wie dies in der EU bei Corona Impfstoffen der Fall ist.
Die langfristigen Konsequenzen für die Bevölkerung werden den Erfahrungen aus der EU Impfstoffbeschaffung entsprechen: Das verfügbare Mietangebot an Wohnraum ist in Berlin bereits nach Einführung des Mietendeckels eingebrochen. Investitionen in Neubauten werden zurückgefahren, wenn Investoren befürchten müssen, zukünftig in nicht planbarem Umfang Eigentumsrechte zu verlieren.
Privat finanzierter Wohnungsneubau wirkt dem Nachfrageüberhang in Ballungsgebieten entgegen. Dieser wird auch erfolgen, wenn eine mit Augenmaß gewählte und für Investoren verlässliche Sozialquote einzuhalten ist. Ohne einen privaten Markt und Eigentumsrechte werden diese dringend benötigten Investitionen jedoch unterbleiben.
"Das Schlimmste, was deutschen Ballungszentren droht, ist der Verlust privater Initiative und privaten Kapitals im Wohnungsneubau. Die Erfahrungen aus der Corona Impfstoffbeschaffung durch die EU sind leider ein Hochgeschwindigkeits-Showcase."

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